Philosophie
WyngTjun basiert auf drei fundamentalen Philosophien :
- Buddhismus. Buddhismus spielt eine wesentliche Rolle im WyngTjun. Es beschreibt den Weg
sowie die Haltung und die Disziplin mit der der Schüler den WyngTjun-Unterricht antreten soll. Für die
Buddhisten ist der "Weg das Ziel" und deshalb sollte der Unterricht nicht dazu dienen ein bestimmtes Ziel zu erreichen, da der
Unterricht selbst schon das Ziel ist. Es geht um die Existenz im hier und jetzt, ohne die Energie für die Zukunft zu verschwenden.
Buddhistische Aspekte können ebenfalls in den Formen wiedergefunden werden, z.B. heisst der dritte Teil der Siu Nim Tau Form "Die
dreifache Veehrung Buddhas".
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- Taoismus. Im Kontext des WyngTjun deutet der Taoismus vor allem auf die Anpassungsfähigkeit in
den Bewegungsabläufen, auf das Prinzip des Nachgebens und auf die Idee der Vermeidung von starren Positionen hin. Nichsdestotrotz darf man
Taoismus nicht mit Schwäche oder Opportunismus verwechseln. Der Akzent liegt eher auf einer ständigen Anpassungsfähigkeit und Beweglichkeit
sowie auf der Fähigkeit Angriffe spontan neu zu gestalten.
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- Konfuzianismus. Konfuzianismus spielt eine einflussreiche Rolle im WyngTjun-System.
Konfuzius beschreibt das moralisch angebrachte Verhalten im Umgang mit den Mitmenschen und den gegenseitigen Respekt, welcher die
Handlung in jeder Situation bestimmt. Die familienorientierte Struktur der WyngTjun-Hierarchie (Sigung, Sifu, Sihin, Sije,
usw.) sind tief in den konfuzianistischen Lehren verankert. Allerdings sollte diese Struktur nicht mit blinder Gehorsam oder unverdientem
Respekt verwechselt werden. Die Beziehung zwischen Schüler und Lehrer beruht auf gegenseitigem Respekt. Das vorherrschende Prinzip ist wie
folgt: "Unterrichte deine Schüler so wie du selbst unterrichtet werden willst." und umgekehrt "Behandle deinen Lehrer so wie du selbst
behandelt werden willst."
Prinzipien
Die Essenz des WyngTjun sind nicht seine Techniken, sondern seine grundlegenden Prinzipien, welche die korrekte
Anwendung dieser Techniken ermöglichen. Untenstehend sind einige Beispiele solcher Prinzipien aufgeführt :
Ein vermiedener Kampf ist ein gewonnener Kampf.
Kampfprinzipien :
- Ist der Weg frei, stosse vor !
- Bist du im Kontakt, bleib' kleben !
- Wenn die Kraft des Gegners grösser ist, gib nach !
- Zieht der Gegner sich zurück, folge ihm !
Kraftprinzipien :
- Befreie dich von deiner eigenen (störenden) Kraft.
- Befreie dich von der Kraft deines Gegners.
- Borge dir die Kraft deines Gegners und verwende sie gegen ihn selbst.
- Füge deine Kraft hinzu und verwende sie gegen deinen Gegner.
Wu Wei - Handeln ohne vorheriges Planen.
Dieses Prinzip lehrt den Schüler das Handeln ohne vorheriges Planen. In einer reellen Kampfsituation befolgt der Schüler keine
starren Bewegungsabläufe. Seine Verteidigung passt sich immer dem Angriff des Gegners an. Unsere Antwort (Verteidigung) auf eine
reelle Kampfsituation passt sich immer der Frage (Angriff, Bewegung) an und letztere darf nicht mit Gewalt beantwortet werden. Im Falle eines
Angriffs muss sich die Antwort des WyngTjun-Schülers ständig an die Bewegungen des Gegners anpassen, im Einklang mit der
taoistischen Ying-Yang Philosophie. Wir bedienen uns also der Kraft und der Schnelligkeit unseres Gegners und richten beides gegen ihn
selbst.
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